• Hemauer Stadtwerke machen dem Elektroantrieb Beine!

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    An der E-Tankstelle am Stadtplatz wurde das Elektroauto an das Stadtwerke-Team übergeben. Aufn.: Hagen

    Die Stadtwerke Hemau gehen mit gutem Beispiel voran und machen dem Elektroantrieb Beine! Am Dienstag wurde das erste Elektroauto der Stadtwerke an der E-Tankstelle am Stadtplatz vorgestellt. Es ist ein Renault Kangoo Z.E., der von den Mitarbeitern der Stadtwerke schon einen Spitznamen bekommen hat. „Elli“ nennen sie den flotten Stromer mit dem großen Ladevolumen.

    Für die Stadtwerke Hemau, die ja ihr Geschäft mit Elektrizität, Wasser und Wärmeenergie betreiben, ist ein „Stromauto“ nicht nur ein Werbegag, sondern auch eine sinnvolle Investition, wie Thomas Mehring, käufmännischer Leiter der Stadtwerke, betonte. Denn die Fahrzeuge der Stadtwerke sind fast ausschließlich im Kurzstreckenbereich unterwegs, und gerade da spielen die Elektroautos ihre Vorteile aus. Sie sind sparsam, spritzig und es werden so gut wie nie Strecken gefahren, die die Reichweite der Batterien überfordern würden.

    Elektro-Kastenwagen für Stadtwerke

    Den Renault Kangoo Z.E. (ZE steht für „zero emission“ = null Emissionen) haben die Stadtwerke beim örtlichen Autohaus Dörfler gekauft. Die Firma Dörfler setzt ziemlich stark auf den Nischenmarkt Elektrofahrzeuge. So hat sie 2014/15 schon 45 Stromfahrzeuge vermarktet. Das ist erstaunlich für einen Betrieb dieser Größe.
    Am Kangoo Z.E. führte für die Stadtwerke allerdings auch kein Weg vorbei. Ist er doch als Elektro-Kastenwagen weitgehend alternativlos auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt. Und wie fährt sich der Wagen? „Er ist absolut leise, kraftvoll und zieht richtig gut ab“, so Karl Silberhorn, Mitarbeiter der Stadtwerke. Aufgeladen werden kann der praktische Stromer auch mit einer mobilen Ladestation. Die Mitarbeiter können das Fahrzeug am Feierabend deswegen auch mit nach Hause nehmen und an die heimische Steckdose anschließen. Es ist nicht ihr Schaden, denn die Ladestation verfügt über einen eigenen Stromzähler. Den verbrauchten Strom können sie dann mit den Stadtwerken abrechnen.
    Viel wird das aber nicht sein. Auf 100 Kilometer rechnet man, laut Susanne Dörfler, mit Stromkosten von etwa 2,30 Euro. Von solchen Kosten können Fahrer von Verbrennungsmotoren nur träumen!
    Am Dienstag tankte der Renault Kangoo Z.E. ganz umsonst an der öffentlichen Tankstelle am Stadtplatz. Die möchte Bürgermeister Hans Pollinger auch noch mehr ins Gedächtnis der Bevölkerung bringen. „Den Bürgern scheint es immer noch nicht bewusst zu sein, dass die Stadtwerke Hemau hier den Strom für Elektrofahrzeuge kostenlos abgeben“, betont er. Bisher hat die Ladesäule auf Höhe von Optik Matt nur 273 kW kostenlos abgegeben. Das entspricht etwa vier kompletten Ladungen für ein E-Auto. An der Ladesäule können neben E-Autos übrigens auch die beliebten E-Bikes aufgetankt werden.

    E-Bikes sind äußerst beliebt auf dem Tangrintel

    Am Dienstag kamen schließlich noch ein paar kW hinzu. So fuhr ein Renault Zoe aus Ingolstadt vor und zapfte Strom, während sich der Fahrer und seine Familie ein Eis gönnten. Angezogen vom Pressetermin kam auch Johann Ferstl, genannt „Wurschtbauer“, mit seinem nagelneuen E-Bike vorbei. Der Rentner besitzt es seit drei Wochen und ist schon 329 Kilometer damit gefahren. „Vorher hatte ich einen Roller, den hab ich verkauft, und jetzt fahre ich nur noch mit dem E-Bike. Das ist einfach wunderbar“, freut er sich.
    Die überaus beliebten E-Bikes sind wohl auch die Speerspitze der Elektromobilität, da müssen die Elektroautos noch aufholen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, dass die Stadt Hemau mit gutem Beispiel vorangeht.

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